Wetterstation Niederlemp

50°38' Nord 8°25' Ost, 265 m ü.NN



Die Wetterstation

Über die Wetterstation in Niederlemp:

Wo befindet sich unsere Wetter­station und welche Mess­werte sind verfügbar?

3.234.241.200



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2020: Trockenheit nimmt zu

Gerade für Sommermonate sind aufgrund von Hochdruckwetterlagen längere Trockenphasen keine Seltenheit. Aber auch im Winter können durch lang am Ort verbleibende Hochs längere Trockenzeiten auftreten und viel Kälte bringen. Doch die Jahre 2018 und 2019 zeigten zuletzt, dass sich diese Phasen über das ganze Jahr verteilen und ebenso dauerhaft auftreten können.

In den kühleren Zeiten der letzten beiden Jahre erreichte jedoch weite Teile Deutschlands nur wenig Regen. Der Ausgleich zur langen Trockenheit im Frühjahr und Sommer fiel sehr mager aus. Auch an unserer Station in Niederlemp waren die Jahre 2018 und 2019 über das ganze Jahr hinweg oft besonders trocken. Der Winter im Übergang zu 2020 wurde hingegen vielversprechend. Eine Reihe von Tiefdruckgebieten brachte reichlich Regen. Doch Mitte März diesen Jahres riss diese Erholungsphase abrupt ab. Erneut machte sich ein Hochdruckgebiet nach dem anderen breit. Tiefs vom Atlantik wurden abgedrängt, Regen wurde erneut selten.

Die Folge war, dass die Anzahl trockener Tage wieder deutlich zunahm. Im Januar waren es noch 12, im Februar 8. Im März blieben 18 Tage trocken, vor allem in der zweiten Monatshälfte. Im April traten 26 trockene Tage auf, im Mai 24. Aber nicht nur die Häufigkeit von regenfreien Tagen nahm zu, sondern auch die Länge der Trockenphasen. Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung seit 1993, dem Beginn der regulären Wetteraufzeichnungen.

Trockenphasen in Niederlemp

Trockene Tage und Länge der Trockenperioden in Niederlemp von 1993 bis 2020.


Das Diagramm zeigt die monatlich auftretende Anzahl an trockenen Tagen (blau). Die Variabilität wird durch den 12-monatigen Durchschnitt geglättet und verdeutlicht einen Trend zu mehr regenfreien Tagen. Vor allem aber seit 2006 oder 2007 ist eine Steigerung erkennbar. Die untere Linie stellt die Länge der längsten Trockenperiode innerhalb eines Monats dar (rot). Bei Perioden, die über den Monatswechsel hinausgehen, können auch Längen von mehr als 31 Tage auftreten. Der 12-monatige Durchschnitt weist auch hier aufwärts. Näher in den Vordergrund rücken hier zyklische Schwankungen mit einer Länge von 2 bis 3 Jahren.

Schon 2007 stieg der 12-monatige Durchschnitt der längsten Trockenphase auf 12 Tage an. Nach einem langjährigen Abwärtstrend stieg er jedoch im April und Mai 2020 wieder deutlich an. Der letzte Wert von 12,5 bedeutet, dass im Zeitraum Juni 2019 bis Mai 2020 Trockenperioden im Schnitt 12,5 Tage anhielten. Dies stellt nun einen neuen Rekord dar und wird sich in den nächsten Monaten sehr wahrscheinlich noch weiter steigern. Die Anzahl trockener Tage allgemein erreicht derzeit keinen Spitzenwert. Nur das zusammenhängende Auftreten vieler regenfreier Tage hat zuletzt stark zugenommen.

Wie bereits erwähnt, hat sich die Häufigkeit trockener Tage erst seit 2006/2007 auf ein höheres Niveau eingespielt. Drei Jahre später hat sich die Temperatur auffällig erhöht und der Niederschlag tendenziell abgenommen. Dadurch treten seit 2011 zwar weniger Regentage auf, doch die Regenmenge pro Regentag hat nicht zugenommen. Eine Verschlimmerung von Regenfällen, vor allem im Sommer, ist damit allgemein nicht eingetreten.

Wie wird es weitergehen?

Da der Grund für den Witterungswechsel zwischen 2006 und 2011 noch nicht genau bekannt ist, lässt sich nicht sagen, wie sich die Häufigkeit von trockenen Tagen bzw. die Länge von Trockenphasen verändern wird. Die regelmäßigen Schwankungen über 2 bis 3 Jahren deuten jedoch an, dass es in den nächsten Monaten wieder häufiger regnen könnte. Die Menge des Niederschlags muss dabei aber nicht zwangsläufig zunehmen.

Sollte sich der Trend der letzten Jahrzehnte weiter fortsetzen, ist demnach nicht nur mit mehr trockenen Tagen zu rechnen, sondern auch mit einer Verlängerung der Trockenperioden. Natur und Landwirtschaft müssen dann immer längere Phasen überbrücken können, in denen es nicht regnet. Hinzukommt, dass diese Phasen meist von Hochdruckgebieten geprägt sind. Vermehrter Sonnenschein wird den Boden leichter austrocknen können und auch die Verdunstung steigern. Böden, die Wasser nicht langfristig speichern können, werden dann zu einem großen Problem.